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Die fetten Jahre sind vorbei

„Computer stürzen ab, Menschen sterben, Beziehungen zerbrechen. Alles was wir tun können, ist tief durchatmen und neu booten“.

Noch zwei Tage bis Silvester und eine große Frage steht im Raum:
„Und was sind Deine Vorsätze für das neue Jahr?“ Die einen wollen dem Rauchen, dem Trinken, den Kalorien entsagen, die Nächsten mehr reisen und an sich selbst denken. Die alltime-favorite’s sind mehr Sport, sich gesünder ernähren und überhaupt, einfach alles viel besser machen, als im Jahr zuvor. Schon seltsam, wie ein Jahreswechsel die Menschen motivieren kann, über die eigenen Schwächen und Wünsche genauer nach zu denken.

Mein Wunsch seit meiner Kindheit war es, nicht mehr die „grobknochige“Kleine mit Babyspeck zu sein. Zwar humorvoll und lebenslustig, aber eben auch kugelrund, wie ein Michelinmännchen. Der Höhepunkt meiner grausamen Pupertät, mit Freibad-Entsagung und der verzweifelten Suche nach Hosen in Übergrößen (zu der Zeit noch mit wochenlangen Suchen verbunden, da das Angebot mehr als beschränkt war), fand mit 16 Jahren und 110 Kilo statt. Wohlgemerkt war ich zu der Zeit auf Diät(!) und der beliebte Postkartenspruch“Kalorien sind Tierchen, die jede Nacht unsere Kleidung enger nähen“, musste scheinbar zu treffen. Ich war deprimiert, unglücklich und hatte das Gefühl, jede Reiswaffel hätte den Fettgehalt einer Milka Schokoladentafel. Die Wende des Drama’s kam mit einem unspektakulären Bluttest. Dem Schilddrüsenwert. Nicht das ich zuvor schon bei verschiedenen Hausärzten gewesen wäre… doch der Satz „Ich esse doch garnicht so viel und nehme trotzdem zu!“ zauberte den Halbgöttern in weiß, meistens nur ein müdes Lächelns in’s Gesicht. Also stellte ich selber Nachforschungen an. Durch Zufall erfuhr ich, dass fehlende Schilddrüsenhormone zu Übergewicht und starker Müdigkeit führen konnten und dies mit einer Blutuntersuchung nach zu vollziehen war. Die Diagnose Hashimoto / Schilddrüsenunterfunktion eine Woche später, schlug ein wie eine Bombe ( näheres zu diesem Thema auf der Website von  Hashimoto Deutschland & Facebook ) und veränderte mein Leben grundlegend. Nicht nur das Gewicht ging mit Einnahme der kleinen Hormontablette stetig bergab, auch meine Stimmungsschwankungen und Müdigkeit verflog von Tag zu Tag. Und so wurde aus dem sympathischen Michellinmännchen, auf einmal doch noch eine gelockte,zauberhafte Ente ( mein Realitätssinn,unterbindet an der Stelle das Wort Schwan). Natürlich ist meine „Bodychange“ Story ein Einzelfall und die Symptome dieser Krankheit noch viel komplexer, als hier ausgeführt. Die Zahl der Hashimoto Erkrankungen,steigt jährlich immer weiter an, ohne das die Betroffenen, diese Krankheit diagnostiziert bekommen. Mal wieder fehlt an der Stelle Fachpersonal und ein weitsichtiger und ganzheitlicher Blick auf die Gesundheit. Im Endeffekt war es Glück, verbunden mit meiner Eigeniniative, endlich das eigene Leben zu verbessern. Und schon sind wir wieder bei den Neujahresvorsätzen angekommen. Brauchen wir wirklich ein neues Jahr, um uns selbst 5 Minuten Aufmerksamkeit zu schenken und eine Pro / Contra Liste, unseres Lifestyles zu verfassen? Oder sollten wir uns die Frage :“Was kann ich tun, um mein Leben noch …. * zu gestalten“, nicht mehrmals jählich stellen, in der Hoffnung, diese Dinge dann auch  zu beherzigen? Ich denke Ja! Denn dann ist der Druck, diese Vorsätze in die Tat umzusetzen auch wesentlich geringer und die Chance, über uns und vor allem unserem inneren Schweinehund hinauszuwachsen, umso größer. In diesem Sinne: Happy new year!

* Inspirationshilfen:

aufregender,funkelnder,liebevoller,abendteuerlustiger,mutiger,erfüllender,überraschender,spannender,ruhiger,gelassener,motivierter,lebenslustiger,positiver,inspirierender,sehnsüchtiger,hoffnungsvoller,glücklicher…

Ein Kommentar zu „Die fetten Jahre sind vorbei

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