Performance!

„Wenn das Bafög Amt sagt, dass wir Theater spielen müssen, dann spielen wir NATÜRLICH Theater!“

Im Rahmen meines Studiums heißt es diese Woche „Vorhang auf!“ und ganz viel Mut zur Selbtliebe. Das Seminar „Perfomance, Grenzen erweitern“, bringt mich diese Woche tatsächlich an mein Limit. Während die „Russenpeitsche“ mit -10 Grad vor dem Fenster wütet und man sich am liebsten die Decke noch einmal über den Kopf ziehen möchte, verbringe ich täglich 6 Stunden damit auszuloten, wie belastbar meine Nerven sind.

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„Aber Theater spielen macht doch Spaß?!“, begrüßte mich meine Mutter heute mit einer Tasse Kaffee in der Hand und verstand mein lamentierendes Gejammer überhaupt nicht. Apropos „Lamentieren“. Eine der Übungen, welche schon Bestandteil des Seminars war. 10 Minuten lamentieren (sich beschweren) über das Wetter, die Uni, den Alltagsstress, die Beziehungsprobleme oder die verpasste Bahn und zwar mit einem komplett fremden Gegenüber. Quasi ein „Seminar- Leidensgenosse„, welchen man jedoch vorher noch nie gesehen hat und welchem man am 1. Tag, auch nicht unbedingt seine halbe Lebensgeschichte Preis geben wollte. Das folgte aber tatsächlich direkt im Anschluss. Mit Partner Nummer 2. Mein Favorit, war das gegenseitige „Preisen“, also die Vorteile am anderen erkennen. Und seltsamerweise, fielen wir so viele schöne Auffälligkeiten an dem zauberhaften Mädchen auf, welches mir hier gegenüber saß, dass ich selbst erstaunt war.  Nach eingehender Betrachtung Ihrer Mimik und Gestik, wurde es sogar noch richtig psychologisch “ Ich glaube du rollst gerne die Augen?! Kann das sein?! Ja auf jeden Fall bist du öfters mal genervt von Sinnlosigkeiten im Leben und zeigst das so! Ich bin mir zu 100 % sicher! “ Als Sie jedoch im Anschluss begann, meine vollen Lippen oder meine Kleopratra- Like- Geformten Augen zu „lobpreise“, war ich doch ernst leicht erötet und der Skeptiker in mir fragte sich : „Ernsthaft?! Die sind doch viel zu klein und Ach! alles andere als perfekt“.

Nun gut, ich versuchte Ihr zu glauben und während der Vorstellung unseres persönlichen Lieblingsliedes (in meinem Fall übrigens Corazón von Maluma) , kamen wir uns alle gefühlt 5 cm näher. Emotional! Musik verbindet eben. Selbst Helene Fischer (zweite erstaunliche Erkenntnis des Tages). Im Anschluss gab es eine „Perfomance“ Sequenz der Seminar Leiterin auf Video zu sehen, welche mich recht verstört zurück ließ. Kunst eben! Eindeutig Geschmackssache und sehr frei interpretierbar. Ebenso wie die weiteren Übungen, welche nun täglich auf dem Programm stehen und zum Teil wirklich viel Spaß bringen. Jedoch setzten Fragen á la „Warum fühle wir uns in der Welt eigentlich so alleine?!“, „Wieso sehe ich meine Schönheit nur duch einen Nebel von Selbstzweifeln und nicht so klar wie mein Gegenüber?!“ und „Warum zur Hölle, fällt es mir so schwer, eine pantomimische Performance abzuliefern und dabei die Klappe zu halten?!“, dem Kopf ganz schön zu und stimmen einen doch nachdenklich. Ein Seminar „der schweren schauspielerischen Kost“, welches kleine & große Grenzen in der Welt aber auch in der eigene Persönlichkeit aufzeigt und das kompriminert auf eine Woche. Puh! Ganz schön anstrengend.

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Am Ende der Woche, werden wir 15 Minuten eine Pantomime Perfomance vor Publikum aufführen. Für mich der Horror! Als tanzender, laut berichtender und singender Zyniker der ich nun mal bin, fällt es mir sehr schwer die Klappe zu halten und STILL und ohne Hilfsmittel, eine meiner Lieblingstätigkeiten aufzuzeigen: ein #ootd stylen. Aber wenn das Bafög Amt sagt, dass wir Theater spielen sollen, dann spielen wir natürlich!

Und irgendwie muss ich sagen, dass mir das Ganze anfängt, mehr zu „bringen“ als ich am Anfang dachte. Nämlich eine (zugegeben manchmal anstrengende) Reflektion davon, wie sich meine Persönlichkeit in den letzten Wochen und Monaten verändert hat. Welche Grenzen ich um mich herum errichtet habe, die es nun zu sprengen gilt und welche Hürden man sich manchmal selber stellt, die aus einer anderen Perspektive lachhaft wirken. Nach dem Ende, einer langen Krankheitsphase, einer wunderbaren Liebe mit wahrhaft dramatischen Ende, Unzufriedenheit und Umbrüchen und zauberhaften Glücksfunken, welche man in der Schwere des Alltag’s manchmal viel zu schnell wieder vergisst… es ist eine aufrüttelnde Woche, die mich Tag für Tag wieder näher an meine Vorzüge erinnert, mich zum Nachdenken anregt und mir zeigt, dass über Grenzen gehen manchmal genau der richtige Weg sein kann.

taylor

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